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Was macht eigentlich ein Volontär?

Volontäre

Volo-Was? Überall diese vier Buchstaben. In Volo-ntariat, in Volo-blog, in Volo-ntär. Eine Aufklärung und Anleitung zum Volo-Dasein.

Angenommen, ein Schüler steht gut ein Jahr vor seinem Abitur. Vielleicht hat er beschlossen, dass er sich beruflich in die bekannte Richtung „irgendwas mit Medien“ orientieren will. Gut. Sehr gut sogar. Zumindest, wenn er das Medienfeld eingrenzt. Wenn er zum Beispiel sagt: „Ich würde mal gern für ’ne Tageszeitung schreiben.“ Spitze.  Spätestens dann läuft er der Bezeichnung „Volontariat“ über den Weg. Der Duden erklärt: „Ausbildungszeit, in der jemand Volontär [in] ist.“ Na, damit kommt man natürlich weiter.

Streng nach Definition ist ein Volontär jemand, der sich auf seinen künftigen Beruf vorbereitet. Da wird der Duden etwas konkreter. Vor allem im Journalismus lassen sich junge Leute in dieser Form ausbilden. Meist spielt sich das Volontariat in einer Redaktion ab. An der Günter-Holland-Journalistenschule (GHJS) kannst du mit einem solchen starten. Darüber zum Beispiel informierte ich mit meinem Volo-Kollegen Marcel Rother und der Geschäftsführerin der GHJS, Stefanie Sayle, auf der Fit-for-Job-Messe in Augsburg. Unsere Gesprächspartner waren oft sehr interessierte junge Leute, manche mit Schreiberfahrung, manche mit einer guten Portion Neugier – Eigenschaften, die einem Journalisten sicher nicht schaden. Die Frage „Was macht eigentlich ein Volontär?“ tauchte auf der Messe übrigens häufig auf.

 

Was macht ein Volontär konkret?

Das erste Jahr

An der Günter-Holland-Journalistenschule dauert die Ausbildung zwei Jahre. Volos starten allerdings nicht unvorbereitet. Die ersten sechs Wochen lernen sie in der Zentrale in Augsburg Grundlagen: Nachricht, Feature, Reportage, Presserecht, Fotografie oder überhaupt die Produktion einer Zeitung. All das bekommen sie mit auf den Weg. Anschließend geht der bunt gemischte Haufen von zwölf Volontären in die Lokalredaktionen der Augsburger Allgemeinen. Dort erhält jeder Volo sein eigenes Gebiet, und kümmert sich um Gemeinderatssitzungen und das Geschehen vor Ort. Er schreibt, er fotografiert, er organisiert Termine, schreibt Emails oder bringt sich in die Konferenzen ein. Außerdem gibt es die Jugendseite, die Volos meist wie ihre eigene kleine Redaktion betreuen. Auf dieser Zeitungs-Seite werden die Texte der jüngsten Schreiber veröffentlicht. Sie ist vor allem eine Plattform für Schüler und Studenten, die herausfinden wollen, ob sie gern schreiben. Oder für Schüler und Studenten, die bereits wissen, dass sie Schreiben ziemlich cool finden, und sich damit Geld verdienen möchten. Im Volontariat betreuen die Volos diese jungen Mitarbeiter.

Elf Monate hat ein Volo Zeit, um seinen blauen Volo-Ordner zu füllen. Dahinter verbirgt sich sozusagen sein redaktioneller Schatz. Der soll am Ende angereichert sein mit Artikeln in den unterschiedlichsten Darstellungsformen und über möglichst jedes lokale Thema. Jetzt nicht die Augen verdrehen, denn was sich trocken anhört, das muss es nicht sein: Vereine, Kirche, Artikel über Schachspiele, Reportagen vom Wasserskifahren, Enten-Tragödien, eine Reportage über ein Volksfestpraktikum und so weiter. Das Jahr wird umso spannender, je kreativer der Volo ist.

Das zweite Jahr

Kaum zu glauben, wie schnell das erste Jahr verflogen ist. Dann gehts ab in die Augsburger Allgemeine Zentrale. Welche Ressorts Volontäre belegen, wählen sie bereits im Vor-Sommer. Das Folgende steht zur Auswahl, viele der Ressorts sind Pflicht:

  • Sport
  • Kultur & Journal
  • Fotografie
  • Wirtschaft
  • Bayern & Welt
  • Online
  • Politik
  • die digitale Abendausgabe
  • Radio oder Fernsehen
  • ein Korrespondentenbüro in München oder in Berlin
  • redaktionelle Projekte
  • Layout
  • Verlag

Alles, was Volos im Lokalen gelernt haben, verfeinern sie im Mantel, also in der Augsburger Zeitungszentrale. In jedem Ressort verbringen sie vier Wochen, im Online-Ressort bleiben sie für acht. Ein Monat ist schnell um und Schreibtisch-Hopping somit keine Seltenheit. Außerdem arbeiten Volontäre an der GHJS an Projekten. Sie gestalten einen Themenschwerpunkt für eine Samstagsseite, nehmen sich eines Schwerpunkprojektes an und liefern fleißig Beiträge für Heimatfieber.

 

Was ein Volontär hier nicht macht

  • Kaffee kochen (außer für sich, oder, wenn man nett ist, auch mal für den Kollegen)
  • Zeit verplempern
  • auf dem Land vereinsamen
  • dem Süßigkeitenautomaten widerstehen
  • auf die Uhr schauen

 

Pro Jahrgang gibt es zwölf Volontäre. Und tatsächlich ist die Gruppe über die zwei Jahre wichtig. Sogar darüber hinaus wachsen Freundschaften. Wo sonst entstehen all die tollen Geschichten, die auf der Homepage Heimatfieber einen Platz gefunden haben.

Volontär

Das hier im Bild sind Marcel Rother und ich, Verena Mörzl. Wir sind Volontäre an der Günter-Holland-Journalistenschule. Auf der Fit-for-Job-Messe in Augsburg stellten wir unseren Wunschberuf Journalist, bzw. Redakteur, vor.

 

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