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Fliegendes Klassenzimmer

Selbst Hand anlegen bei den Handwerkern

Beim Löten muss man sauber und konzentriert arbeiten - so macht es auch Volontär Philipp Schulte. Foto: Daniel Weber

Volotage sind immer eine spannende Angelegenheit: Wir besuchen eine Einrichtung und bekommen aus nächster Nähe mit, wie sie funktioniert. Bei unserem Volotag bei der Handwerkskammer für Schwaben erhielten wir wie gewohnt zunächst einen Überblick über die Funktionsweise der Institution und die Gewerbe, die sie abdeckt. Das ist für uns sehr hilfreich, weil wir nun bei der Recherche für die Augsburger Allgemeine genau wissen, welche Informationen wir von dieser Seite bekommen können und welche Ansprechpartner uns die Handwerkskammer vermitteln kann.

Außerdem ist es nützlich, aus erster Hand etwas über die Lehrlings- und Meisterausbildung zu erfahren, denn die meisten Journalisten haben nur eigene Erfahrungen mit der universitären Laufbahn gemacht. Ich bin da keine Ausnahme. Wenn es um Karriere- und Wirtschaftsthemen geht, schreiben wir aber nicht nur über Studenten und Berufe, die ein Studium voraussetzen.

Grundwissen und Kontakte: Ein Volotag hat viele Vorteile

Je mehr wir schon vor der Recherche über Handwerksberufe, Meisterprüfungen und die Aussichten auf eine Lehrstelle Bescheid wissen, desto besser also. Und es schadet auch nicht, die Dame von der Pressestelle persönlich kennenzulernen, statt immer nur am Telefon mit ihr zu sprechen. So tun sich künftig beide Seiten mit der Kommunikation etwas leichter.

Noch ein paar Handgriffe und die Smartphone-Halterung von Lea Binzer ist fertig. Foto: Daniel Weber In den Stunden bei der Handwerkskammer lernten wir viel über Schreiner, Elektriker, Zerspanungs-Mechaniker, Kerzendreher und Fotografen – ja, auch die Fotografie ist ein Handwerk! Und damit wir wenigstens einen kleinen Eindruck davon bekommen, wie sich Handwerken anfühlt, durften wir schließlich selbst Hand anlegen.

Mit einer Abkantbank bogen wir uns unter fachkundiger Anleitung aus Metallstücken die Bauteile für eine Smartphone-Halterung zurecht. Außerdem verlöteten wir einen Elektronik-Bausatz zu einem Männchen mit leuchtendem Kopf und abwechselnd blinkenden Händen. Zumindest in der Theorie. In der Praxis wollten manche Hände partout nicht blinken, sondern entschieden sich, dauerhaft zu leuchten. Und auch nicht jedem Kopf ging ein Licht auf.

Zum Glück hat niemand dokumentiert, wie die ersten Lötstellen meines Lebens aussahen. Eines sei verraten: Auch Personen mit erheblicher Sehschwäche konnten die „möglichst kleinen Punkte“ gut erkennen. Neben all den nützlichen Informationen über die Handwerkskammer habe ich noch eine Erkenntnis aus diesem Volotag mitgenommen: Schuster, bleib bei deinen Leisten. Und Volo, bleib bei der Schreiberei. Aber schreibe auch gerne etwas über Schuster. Oder Elektroniker.