Kategorie: Nach Redaktionsschluss

Nach Redaktionsschluss

Wie ein Volo die Zugspitze erklimmt – fast

Der Aufstieg zum Gipfel der Zugspitze - ein steiniger Weg.

Immer an der Partnach entlang: Auf die Zugspitze zu laufen ist ein Highlight während meines Volontariats. Ganz ohne darüber schreiben zu müssen – außer für diesen Voloblog.

Die letzten Höhenmeter sind uns zu viel – wir kapitulieren. Es ist einfach zu voll rund um den Gipfel der Zugspitze. Über hundert Menschen bilden eine Warteschlange, um am Gipfel ein Foto zu machen. Wir stehen etwas entfernt auf der Aussichtsplattform der Zugspitze und beobachten, wie Rucksackträger vor dem goldenen Kreuz ihr Handy für ein Foto in die Höhe recken.

Einen Tag vorher mache ich mich mit meinem Kumpel Konstantin auf zum Gipfel. Es ist ein warmer Sonntagmorgen Mitte Juli: perfekte Bedingungen, um auf die Zugspitze zu laufen. Ich stamme aus der westfälischen Tiefebene und kenne Berge nur vom Hörensagen. Konsti lebt schon länger in der bergigen Schweiz, ich bin froh ihn an meiner Seite zu haben.

Mit schwerem Gepäck macht sich der Volontär auf den Weg

Er hat einen dicken Rucksack dabei, ich habe einen dicken Rucksack dabei: Schlafsäcke, Bettzeug, Verpflegung. Unser Tagesziel ist die Knorrhütte auf gut 2000 Meter. Da wollen wir heute Abend ankommen, essen, ein Bier trinken – und bestimmt nur noch schlafen. Wir starten unser Abenteuer in der Partnachklamm und nehmen die Route durch das Reintal. Es ist der längste der vielen Wege, gut 20 Kilometer. Er soll aber ein besonders schöner sein.

Auf dem Weg zum Gipfel - noch ist das Ziel weit entfernt. Foto: Philipp Schulte Wie wir durch die Partnachklamm laufen, fallen wir mit unseren dicken Rucksäcken auf. Wohl nur wenige der anderen Besucher wollen weiter zur Zugspitze. Trotzdem haben wir etwas gemein: Wir staunen, wie das Wasser mit voller Wucht durch die Felsenspalten schießt. Hinter der Schlucht führt unser Weg immer entlang der Partnach zur Bockhütte, Hütte eins von drei an diesem Tag. Wir erreichen sie gegen Mittag und müssen uns stärken. Die Sonne knallt ordentlich, der Weg ist moderat ansteigend.

Weiter zur Reintalangerhütte. Neben uns rauscht die Partnach. Das Wasser kristallklar, links schroffe Felsen, rechts üppige Vegetation. Nach zwei Stunden erreichen wir die urige Reintalangerhütte, deren Biergarten sich auf Kiesbänken an der Partnach befindet. Ein leckeres Weizen, ein kurzes Gespräch mit zwei anderen Wanderern. Sie schlafen heute Nacht hier auf gut 1300 Meter. Konsti und ich müssen und dürfen noch weiter.

Wir lassen Hütte zwei hinter uns, noch 700 Höhenmeter bis zum Tagesziel Knorrhütte. Es wird ernst: Unsere Route ähnelt einer Bergetappe bei der Tour de France: Das letzte Stück geht steil bergan. Ruckzuck sind wir an der Quelle der Partnach, dann ist Talschluss. Ein paar Schafe weiden hier auf dem letzten Stück Grün, die Baumgrenze ist gleich erreicht. Es geht in Serpentinen hoch, der Weg wird felsiger, die Steine dicker. Irgendwann ist die Knorrhütte zu sehen.

Die Aussicht belohnt die beiden Wanderer für ihre Mühen. Rechts Volontär Philipp Schulte. Foto: Philipp Schulte

Übernachtet wird im Matratzenlager

Wir haben von unserem Tagesziel einen tollen Blick auf den Schneeferner, das Zugspitzpatt, nach Österreich – und den ersten Teil unserer Route des nächsten Tages. Wir übernachten im Matratzenlager. Ich bin so müde, dass mich Konsti am nächsten Morgen wecken muss. Um sieben Uhr sind alle anderen Wanderer sind schon aufgebrochen.

Tag zwei ist zum Genießen. Es geht durch eine Steinwüste zum Zugspitzpatt auf gut 2500 Meter. Die Gletscherstation Sonnalpin erreichen wir nach eineinhalb Stunden. Dort machen wir lieber noch Pause. Diese schöne Tour soll nicht so schnell enden. Doch die letzten 400 Höhenmeter haben es in sich. Es geht eine Schotterpiste steil hoch, dann folgen drahtgesicherte Wege an Felsen entlang.

Eineinhalb Stunden später sind Konsti und ich oben, auf Deutschlands höchstem Berg. Wir können bestimmt hundert Kilometer weit schauen, erkennen zahlreiche Drei- und Viertausender in Österreich und der Schweiz. Wie kommen wir wieder ins Tal? Mit der Gondel.

Nach Redaktionsschluss

Endgegner Maske: Corona-Maßnahmen auf Italienisch

Volontärin Lara Schmidler von der Günter Holland Journalistenschule hat sich seit Jahresbeginn auf ihren Sommerurlaub in Italien gefreut. Zwischenzeitlich standen die Zeichen coronabedingt aber eher auf Absage. Letztlich konnte sie doch verreisen und tolle Erfahrungen sammeln. Sie berichtet auch darüber, wie die Italiener mit der Krise umgehen, die sie bisher so schwer gebeutelt hat.

Sonne, Meer und Gelato – so hatte ich mir meinen Sommerurlaub noch im Januar vorgestellt. Dann kam Corona, die Grenzen waren dicht und an Ferien im Süden war erst mal nicht zu denken. Nicht im Traum hätte ich geahnt, dass ich nur wenige Wochen später mit einem geliehenen Roller durch die Küstenorte von Ischia knattern, Pompeji besichtigen oder den Vesuv besteigen würde. Doch tatsächlich war ich zwei Wochen in Kampanien unterwegs und habe wirklich viele Erfahrungen gesammelt. Nicht zuletzt darüber, wie die Italiener mit der Pandemie umgehen.

Die erste Auffälligkeit in Bezug auf die Hygieneregeln ergab sich dann allerdings nicht in Italien, sondern in Deutschland, und zwar auf dem Weg zum Flughafen. Um die Kosten für einen Parkplatz in Stuttgart zu sparen, nahmen wir nämlich den Flixbus – und mussten uns sehr wundern. Abstand? Fehlanzeige. Nicht nur jede Reihe war besetzt, teilweise mussten Fremde Arm an Arm nebeneinander sitzen, und die Masken nahmen viele ab, sobald der Bus losgefahren war. Anders lief es dann im Flugzeug ab. Zwar waren auch hier fast alle Plätze besetzt, doch die Stewardessen achteten penibel auf die Einhaltung der Maskenpflicht.

Dass das mit dem Maskentragen in Italien allerdings gar nicht so einfach werden würde, wie wir gedacht hatten, bemerkten wir erst, als wir das Flughafengebäude in Neapel verließen. Denn es war heiß. Wirklich sehr, sehr heiß. Und es wurde auch nicht besser, als wir in den Bus einstiegen, der uns zum Hafen bringen sollte.

Für alle, die noch nie bei 35 Grad, stehender Luft und gefühlten 120 Prozent Luftfeuchtigkeit eine Maske getragen haben: Es fühlt sich an, als würde man sich tief über einen Topf heißer Suppe beugen. Spaßigerweise gibt es in den öffentlichen Verkehrsmitteln auch keine Klimaanlage – oder zumindest wird sie nicht genutzt. Denn ein Neapolitaner, der etwas auf sich hält, verabscheut Klimaanlagen und kurbelt stattdessen das Fenster herunter. Für den schönen, warmen Fahrtwind, der genau einer Person nutzt: dem Busfahrer. Und natürlich, um die anderen Verkehrsteilnehmer lauthals zu beschimpfen.

Wir blieben tapfer – und sahen tatsächlich die ganzen zwei Wochen nur eine Handvoll Leute, die in den öffentlichen Verkehrsmitteln keine Maske trugen. In den Geschäften war es kein einziger. Und ein kleines Plus: Von den berüchtigten neapolitanischen Taschendieben war weit und breit nichts zu sehen.

 

Wunderschöne, verlassene Buchten findet man in Zeiten von Corona häufig in Italien.

Bislang gibt es in Kampanien rund 5200 bestätigte Corona-Fälle, in Bayern sind es über 50000. Einerseits liegt das daran, dass Bayern mehr als fünfmal größer ist als Kampanien, zum anderen spielt sich in Italien ein Großteil des Lebens im Freien ab. Es wird draußen gegessen, Jugendliche treffen sich auf einer Piazza statt in einer Bar und dank der Siesta zwischen 12.30 und 16 Uhr sind die Geschäfte sowieso lange geschlossen. Und die Hitze tut ihr übriges, um es dem Virus schwer zu machen – und den Touristen.

Kaufte man sich ein Eis, musste man in rasendem Tempo bezahlen, aus dem Laden rennen und sich die Maske vom Gesicht reißen. Wenn man Glück hatte, lief das Zitronensorbet bis dahin noch nicht über die Hände. Make-up war in dieser Zeit völlig überflüssig, denn nach den ersten zehn Minuten mit Maske in der U-Bahn war davon nichts mehr im Gesicht. Es empfiehlt sich außerdem, ein paar mehr Masken mitzunehmen, als man hier in Deutschland brauchen würde. Etwa doppelt so viele.

Grundsätzlich war ich aber von der Konsequenz, mit der die Italiener die Hygieneregeln einhielten, mehr als überrascht. Wer in Restaurants essen wollte, musste sich nicht nur bis zum Tisch Mund und Nase bedecken und die Hände desinfizieren, in vielen Lokalen wurde zusätzlich am Eingang Fieber gemessen. Wer über 37 Grad hatte, musste draußen bleiben. Die Tische wurden nach jedem Gast desinfiziert. In den Pensionen waren Fernbedienungen und Zahnputzbecher in Plastikhüllen verpackt, an den Rezeptionen trennten die Angestellten Plexiglasscheiben von den Gästen.

Tatsächlich habe ich mich zu keinem Zeitpunkt in Italien unsicher gefühlt. Als wir wieder in Deutschland waren, haben wir uns aber trotzdem testen lassen. Für die Sicherheit.

Nach Redaktionsschluss

Volontär findet zweite Heimat: 570 Kilometer von einer Familie zur anderen

Mit seinen Volontärskollegen Tanja Ferrari und Christoph Lotter verbrachte Tom Trilges Ende Juli einen schönen Tag auf der Insel Mainau am Bodensee. Foto: Tanja Ferrari

Volontär Tom Trilges hat Ende vergangenen Jahres schweren Herzens den Niederrhein verlassen und ist nach Augsburg gezogen. Dadurch hat er nichts verloren, sondern eine zweite Heimat dazugewonnen.

Volontär Tom Trilges hat Ende vergangenen Jahres schweren Herzens den Niederrhein verlassen und ist nach Augsburg gezogen. Dadurch hat er nichts verloren, sondern eine zweite Heimat dazugewonnen.

Es war ein großer Schritt für ein verwöhntes Einzelkind, im Dezember 2018: Nach 24 Jahren, in denen ich mein Elternhaus in Mönchengladbach nie für längere Zeit verlassen hatte, endete die Wohlfühl-Oase: Bayern sollte es sein – ich hatte mich für ein Volontariat bei der Augsburger Allgemeinen entschieden.

570 Kilometer fuhr ich am zweiten Weihnachtstag hinunter und landete in einer mir völlig fremden Stadt. Die ersten Tage vor dem Beginn meiner Ausbildung verbrachte ich noch mit der Familie, doch ab Neujahr war ich nach einem schwierigen Abschied endgültig auf mich gestellt.

Bayern ist schön, aber die Menschen machen es aus

Achteinhalb Monate ist das jetzt her – und ich bin immer noch in Augsburg. Doch mehr als das: Stadt und Umland sind für mich bereits so etwas wie eine zweite Heimat geworden. Das liegt unter anderem an den wunderbaren Ausblicken im Wittelsbacher Land, den Alpen in der Nähe – in denen ich im Sommer regelmäßig Berge besteige und im Winter von den Gipfeln auf Skiern hinunterdüse – und dem vorzüglichen Schinken meines Stamm-Metzgers auf dem Augsburger Stadtmarkt.

Der Hauptgrund dafür, dass ich meinen Freunden am Niederrhein leider sagen muss, dass ich so schnell wohl nicht zurückkehre, sind aber die Menschen, die ich in den vergangenen Monaten kennenlernen durfte.

Aus neuen Kollegen werden im Volontariat Freunde

Zum einen sind da die elf Kollegen, mit denen gemeinsam ich am 2. Januar mein Volontariat bei der Augsburger Allgemeinen begonnen habe. Heute darf ich über manche von ihnen sagen: Sie sind echte Freunde geworden. Schon jetzt blicke ich zurück auf einzigartige Erinnerungen.

Aus Kollegen werden Freunde: Die Volontäre Tanja Ferrrari, Christoph Lotter (Mitte) und Tom Trilges verbringen gerne ihre Zeit zusammen - auch nach Feierabend. Foto: Tanja Ferrari

Besonders gern denke ich an einen Tag am Bodensee mit den Volontären Tanja Ferrari und Christoph Lotter. Tanja hat uns im Juli zu ihrer Familie nach Hause eingeladen und nach einem herzlichen Empfang sowie einem Frühstück auf der Terrasse die Insel Mainau gezeigt. Bei strahlendem Sonnenschein staunten wir über die bunte Blumenpracht und tranken ein kaltes Bier in der Sonne.

Christophs Augen leuchteten, als er in das Alpaka-Gehege ging und die (für ihn) niedlichsten Tiere der Welt streicheln durfte – ich war dagegen völlig in meiner Welt, als im Schmetterlingshaus mehrere der kleineren und größeren Falter kurz hintereinander auf meinen Fingern Halt machten und ich sie aus nächster Nähe bewundern konnte. Kurzum: Es waren faszinierende Stunden mit lieben Menschen an meiner Seite.

Von pinken Zahnbürsten und rosa Yogadecken

Um Tanja nicht in ein schlechtes Licht zu rücken, habe ich ihr übrigens versprochen nicht zu erwähnen, dass sie mir am Bodensee eine pinke Kinderzahnbürste gekauft hat, um mich einmal mehr zu blamieren. Schockiert war ich allerdings nicht mehr, hatte sie mir doch in Augsburg wenige Wochen zuvor eine rosa Yogadecke geschenkt, die ich seither jeden Sonntag in unserem gemeinsamen Kurs an der VHS benutzen muss. Aber ich schweife ab …

Wer steckt da unter einer Decke? Ein Volontär? Foto: Tom Trilges

Um nicht zu ausschweifend zu werden, erwähne ich die Skitour ins Zillertal, die teils feucht-fröhlichen Abende in unserem Augsburger Stammlokal und die zwei Wochen Seminar im fränkischen Kulmbach mit drei ebenfalls sehr geschätzten Kollegen nur am Rande.

Diese Episoden und noch viele mehr bringen mich jedoch dazu festzuhalten: Unsere Ausbildungsleiterin Stefanie Sayle hat in diesem Jahr kompetente Jungjournalisten für die Augsburger Allgemeine gewonnen – vor allem aber tolle Persönlichkeiten.

Große Wertschätzung in der Friedberger Lokalredaktion

Nicht nur mit den Mitarbeitern in meinem Alter verbinde ich schöne Momente. Den Weg in die Friedberger Lokalredaktion, in der ich noch bis Ende Januar mein Tagwerk vollbringe, bestreite ich täglich mit prächtiger Laune. Neben der Tatsache, dass ich dort dem besten Beruf auf der Welt nachgehen kann, freue ich mich immer wieder auf meine so unterschiedlichen, aber alle gleichermaßen angenehmen Kollegen.

Von der ersten Minute an haben sie mir als Person und Journalist ihre uneingeschränkte Wertschätzung entgegengebracht. In der Zwischenzeit verbindet mich mit ihnen weit mehr als ein konstruktives Arbeitsverhältnis.

Altstadtfest Friedberg: Intensive Tage, unvergessene Abende

Nicht missen möchte ich beispielsweise die Golfrunden mit Sportredakteur Peter Kleist. Wenn wir mal zur selben Zeit frei haben, was leider nicht allzu oft der Fall ist, genießen wir die Idylle auf dem rund 80 Hektar großen Areal und nehmen „ein Vollbad in der Natur“, wie wir es gerne nennen. Peter wird mir nicht böse sein, wenn ich gestehe: Wir gehören bestimmt nicht zu den versiertesten Golfspielern im Club, aber ganz sicher zu denen, die bei ihrem Hobby am meisten lachen.

Auch berufliche Erlebnisse können zusammenschweißen. Mit der stellvertretenden Redaktionsleiterin Ute Krogull begleitete ich im Juli zehn Tage lang das bedeutendste aller Friedberger Ereignisse – das Altstadtfest, das nur alle drei Jahre stattfindet.

Volontär Tom Trilges war als Reporter auf dem Friedberger Altstadtfest unterwegs. Foto: Tom Trilges

Für uns beide bedeutete das eineinhalb Wochen, die fast wie WG-Leben anmuteten. Der Umfang der Berichterstattung über die Veranstaltung ist schlicht enorm und für zwei Reporter eine echte Herausforderung. Nach getaner Arbeit gegen 23 Uhr kehrten wir meist im Hafnergarten ein, in dem Familie Losinger ihre Schänke betrieb. Bei deftigem Essen und einem kühlen Getränk redeten wir über die Arbeit, über Friedberg, manchmal aber auch einfach über Gott und die Welt – unbezahlbar.

Die Friedberger machen es einem Volontär leicht

Im Trubel des Altstadtfestes wurde mir auch die Willkommenskultur der Friedberger so richtig bewusst. Selten schaffte ich es, länger als eine halbe Minute mit meinem Block durch die Straßen zu ziehen, ohne dass mich jemand ansprach. Mit Bürgermeister Roland Eichmann, Stadtpfarrer Steffen Brühl, den Geschäftsleuten, bei denen ich regelmäßig meine Einkäufe erledige, und so vielen mehr führte ich nette Gespräche.

Für mein Video-Interviewformat „Ratsch am Marienplatz“, bei dem ich mich täglich mit einem beim Fest Aktiven austauschen wollte, fragte ich zehn Gäste an – und erhielt zehn Zusagen. „Ich freue mich drauf“ oder „Toll, dass Sie das machen“ waren die häufigsten Reaktionen. Alles in allem für mich eine beeindruckende Erfahrung, hatte ich doch zuvor erst rund fünf Monate in Friedberg verbracht.

Traditionsgemäß kostümiert und den Maßkrug in der Hand: Tom Trilges hat sich schnell in die Friedberger Stadtkultur eingelebt. Foto: AZ

Der Abschied aus Schwaben fällt inzwischen schwer

Selbst Volontäre nehmen sich ab und zu eine Auszeit und machen Urlaub. Mit guten Wünschen verabschiedeten mich die Kollegen in Friedberg Ende August für neun Tage. Ute Krogull umarmte mich noch und sagte: „Genieß die Zeit, Du hast es Dir verdient.“ Am nächsten Tag brach ich auf in Richtung Mönchengladbach – und fühlte mich beinahe, als würde ich meine Heimat verlassen in eine 570 Kilometer entfernte, fremde Stadt.

Ganz so schlimm war es schließlich nicht, denn nach rund fünf Stunden Fahrt warteten meine Eltern schon gebannt auf mich, hatten mein Zimmer hergerichtet und einen Tisch bei meinem Lieblingsitaliener reserviert. In den Folgetagen traf ich alte Freunde und war beruhigt: Alles fühle sich an wie früher. Wie Zuhause.

Nach rund 100 Stunden im Rheinland hob ich mit vier Jungs aus unserem Kegelverein von Düsseldorf ab nach Valencia und genoss dort mit ihnen Paella in rauen Mengen, das Bad in einem kühlen Bergsee und stundenlange Beachvolleyball-Matches.

Den Kontakt zu alten Freunden in seiner ersten Heimat Mönchengladbach pflegt Tom Trilges (Dritter von links) immer noch. Foto: Trilges

Zuhause in Mönchengladbach und AugSCHburg

Vor meiner Abfahrt nach Bayern sagte einer der Kegelfreunde zu mir: „Viel Spaß bei Deinen AugSCHburger Jungs.“ Ich machte mich auf den Rückweg. Mit Wehmut, Familie und Freunde aus Nordrhein-Westfalen wieder für Wochen oder Monate nicht zu sehen. Und mit Vorfreude auf das, was mich in Augsburg erwarten würde – eine Art zweiter Familie. Was kann es Schöneres geben?