Jakob Stadler

Jakob Stadler ist Münchner, Jahrgang 1992 und wird ab und an Smombie genannt. Das ist natürlich ungerechtfertigt. Wenn er nicht am Smartphone hängt, arbeitet er, mittlerweile als fertiger Redakteur, in der Digital-Redaktion der Augsburger Allgemeinen (manchmal macht er auch beides). Sein erstes Volo-Jahr hat er bei der Donau-Zeitung in Dillingen verbracht. Irgendetwas muss er da richtig gemacht haben, zumindest durfte er nach seinem Manteljahr zurückkommen und war dort zwei Jahre lang Redakteur. Vor dem Volontariat hat er eine studienbegleitende Journalistenausbildung an der Katholischen Journalistenschule mit dem langen Namen (Institut zur Förderung publizistischen Nachwuchses) absolviert und musste seiner Oma mehrfach erklären, dass man dort nicht zum Pfarrer ausgebildet wird. Gleichzeitig hat er Medien und Kommunikation in Augsburg studiert und beim Studentenradio Kanal C mal Interessantes, mal Witziges und mal Irrelevantes in ein Mikrofon gesprochen.

Alles, was uns bewegt

Das Volontariat bei der Augsburger Allgemeinen: Wie das Manteljahr abläuft

Die Zentrale der Augsburger Allgemeinen mit Aphrodite im Vordergrund. Foto: Jakob Stadler

Im Februar des zweiten Ausbildungsjahres geht es in die Zentrale der Augsburger Allgemeinen in Lechhausen. Dort arbeiten die Volontäre am „Mantelteil“, also dem überregionalen Teil der AZ. Jeden Monat wechseln sie dann ihren Arbeitsplatz, um möglichst viele Ressorts kennenzulernen. Weil die Volos den Januar noch in ihrer Lokalredaktion verbringen, bleiben sie elf Monate in der Zentrale. Was es über das zweite Jahr des Volontariates zu wissen gibt.

Im Februar des zweiten Ausbildungsjahres geht es in die Zentrale der Augsburger Allgemeinen in Lechhausen. Dort arbeiten die Volontäre am „Mantelteil“, also dem überregionalen Teil der AZ. Jeden Monat wechseln sie dann ihren Arbeitsplatz, um möglichst viele Ressorts kennenzulernen. Weil die Volos den Januar noch in ihrer Lokalredaktion verbringen, bleiben sie elf Monate in der Zentrale.

Ein Teil der Stationen ist Pflicht. Welche Ressorts Volontäre darüber hinaus belegen, wählen sie bereits im Sommer ihres ersten Jahres.

Folgende Stationen gibt es im Manteljahr des Volontariats bei der Augsburger Allgemeinen

Pflicht:

  • Wirtschaft
  • Bayern & Welt
  • Online (zwei Monate)
  • Politik
  • die digitale Abendausgabe Kompakt
  • redaktionelle Projekte („Projektvolo“)
  • Layout: Pflicht für Volontäre, die im ersten Jahr in einer der Kurierredaktionen (Schwabmünchen, Gersthofen, Aichach und Friedberg) waren, da die Zeitungsseiten dort nicht von der Redaktion gebaut werden.

Wahlpflicht:

  • Radio (Hitradio RT1) oder Fernsehen (a.tv)
  • Sport oder Kultur & Journal

Wahl:

  • Sport oder Kultur & Journal – was eben noch fehlt
  • ein Korrespondentenbüro (München oder Berlin)
  • Fotografie
  • Verlag
  • Layout

Neben den Aufgaben in den Ressorts arbeiten die Volontäre der GHJS an Projekten. Das kann zum Beispiel ein Schwerpunkprojekt für die Zeitung sein – oder auch die vielen Beiträge für Heimatfieber. Außerdem stehen auch im zweiten Volo-Jahr im Schnitt mindestens einmal monatlich Volotage an. Dann besuchen die Volontäre Organisationen, Vereine, Verbände und Firmen oder absolvieren Seminare in der Zentrale der AZ.

Wie man sich bewerben kann und welche Voraussetzungen Bewerber erfüllen sollten, steht auf der Seite der Günter Holland Journalistenschule.

Alles, was uns bewegt

Das Volontariat bei der Augsburger Allgemeinen: Wie das Lokaljahr abläuft

Da gehts lang zur Medienakademie der Augsburger Allgemeinen. Foto: Jakob Stadler

Insgesamt dauert das Volontariat an der Günter Holland Journalistenschule zwei Jahre. Den größten Teil des ersten Jahres verbringen die Volontäre in einer der Lokalredaktionen der Augsburger Allgemeinen. Welche Redaktionen das sind und wie das erste Jahr eigentlich abläuft.

Wer einen der Volontariatsplätze ergattert hat, beginnt im Januar mit seiner Ausbildung. Insgesamt dauert das Volontariat an der Günter Holland Journalistenschule zwei Jahre. Die ersten sieben Wochen lernen die Jungvolontäre in der Zentrale in Augsburg journalistische Grundlagen. Neben Seminaren zu Themen wie Nachricht, Reportage, Online, Presserecht, Fotografie und Video erfahren sie auch, wie genau die Produktion der Zeitung überhaupt abläuft.

Anschließend geht es für fast ein Jahr in eine der Lokalredaktionen der Augsburger Allgemeinen. Um zu erfahren, welche Redaktionen es gibt, einfach auf die Punkte auf der Karte klicken.

Dort schreiben, fotografieren und organisieren die Nachwuchsjournalisten. Sie sind auch für die Jugendseite „Klartext“ der jeweiligen Redaktion zuständig. Auf dieser Zeitungsseite werden Texte der jüngsten Schreiber veröffentlicht. Sie ist vor allem eine Plattform für Schüler und Studenten, die herausfinden wollen, ob sie für den Beruf des Journalisten geeignet sind. Oder für junge Menschen, die bereits wissen, dass sie mit Journalismus später Geld verdienen möchten und durch Klartext regelmäßig etwas in der Zeitung veröffentlichen können. Im Volontariat betreuen die Volos diese jungen Mitarbeiter.

Wer kreativ ist, hat im Volontariat die Möglichkeit, viel auszuprobieren

In jeder Lokalredaktion gibt es außerdem einen Volobetreuer, der erste Ansprechpartner für alle Fragen des Volontärs.

In seiner Zeit in der Lokalredaktion füllt jeder Nachwuchsjournalist einen blauen Ordner, seine gesammelten Arbeiten. Der Ordner soll am Ende angereichert sein mit Artikeln in den unterschiedlichsten Darstellungsformen und über möglichst jedes lokale Thema – so ist sichergestellt, dass der Volontär alle Facetten der Redakteursarbeit kennenlernt. Freiraum für eigene Ideen bleibt aber trotzdem immer: Das Jahr wird umso spannender, je kreativer der Volo ist.

Neben der Arbeit in den Lokalredaktionen steht im Schnitt mindestens einmal im Monat ein Volotag an. Dann besuchen die Volontäre Organisationen, Vereine, Verbände und Firmen oder absolvieren Seminare in der Zentrale der AZ.

Was Bewerber wissen sollten:

Jedes Jahr im Januar beginnen die neuen Volontäre ihre Ausbildung an der Günter Holland Journalistenschule (Günter Holland war zuerst Redakteur, später Chefredakteur, dann Geschäftsführer und schließlich Herausgeber der Augsburger Allgemeinen).Ausgebildet werden die Volontäre an der Günter Holland Journalistenschule. Foto: Screenshot GHJS

  • Wann kann ich mich bewerben?

Die Bewerbungsfrist für das folgende Jahr läuft immer vom 1. Januar bis zum 15. April.

  • Welche Voraussetzungen sollte ich erfüllen?

Volontäre sollten mindestens ein Fach-Abitur haben und müssen volljährig sein. Außerdem muss ein Volontär bereits Erfahrungen gesammelt haben, also zumindest ein Praktikum in einer Redaktion gemacht haben.

Dass ein Volontär mit der deutschen Sprache umgehen können sollte, versteht sich von selbst. Außerdem ist eine umfassende Allgemeinbildung gefordert, die, wie auch vielseitige Interessen, elementar wichtig für den Job ist. Da sich Volontäre – und auch Redakteure – ständig verbessern sollten, müssen Bewerber kritikfähig sein und gut im Team arbeiten können. Sie sollten mit Zeitdruck umgehen können, denn in diesem Job muss es oft schnell gehen. Weil ein Journalist vor allem im Lokalen beinahe täglich im Auto sitzt, ist außerdem ein Führerschein nötig.

  • Und was erwartet mich? 

Ein spannender, abwechslungsreicher Beruf, der viele interessante Einblicke bietet – Kontakte zu Menschen und Metiers, mit denen man normalerweise nie zu tun hätte. Das berufsbedingte Privileg, neugierig zu sein und Fragen stellen zu dürfen. Und schließlich erwartet Journalisten neben der Arbeit in gut funktionierenden diskussionsfreudigen Teams auch die Perspektive, immer schnell zu erfahren, wofür die Menschen sich interessieren, wo und wie sie kommunizieren und auf welche Themen sie reagieren.

  • Wie läuft das Bewerbungsverfahren ab?

Die besten Bewerber werden im Frühjahr oder Frühsommer zu einer Vorstellung in die Zentrale der Augsburger Allgemeinen in Augsburg-Lechhausen eingeladen. Es gibt ein Vorstellungsgespräch, in dem auch Fragen zur Allgemeinbildung gestellt werden. Dann haben die Kandidaten mehrere Stunden Zeit, zwei Probearbeiten zu erstellen – eine Nachricht und eine bunte Geschichte.

Alle weitern Infos gibt es auf der Seite der Günter Holland Journalistenschule.

Jeden Tag ein Abenteuer

Live-Video in 80 Metern Höhe. Ein Erfahrungsbericht

Das Handy an der Hand festgetaped - denn ein Smartphone, das aus 80 Metern in die Tiefe fällt, kann gefährlich werden. Foto: Ida König

Als es in der Onlineredaktion darum geht, wer ein Video von einem Fahrgeschäft auf dem Plärrer machen kann, melde ich mich schnell freiwillig. Ein paar Tage später sitze ich im größten portablen Freifallturm der Welt, habe ein Handy mit Panzertape an meiner Hand befestigt und überlege, ob das alles so eine gute Idee war.

Da war ich nun, auf dem Augsburger Plärrer. Der Wind pfiff und das Diensthandy der Onlineredaktion klebte, mit Panzertape befestigt, an meiner rechten Hand. Ich musste den Kopf schon sehr weit in den Nacken legen, um die Spitze des Turmes zu sehen, den ich gleich hinauf und dann im freien Fall wieder hinunter fahren sollte. Worauf hatte ich mich nur eingelassen?

Gerne hätte ich an dieser Stelle Thomas Hayo zitiert: „Aufgeregt? Come on!“ Die Wahrheit war aber: „Aufgeregt? Na klar.“ Schließlich sollte ich nicht nur mit dem „Hangover – The Tower“ fahren – nebenbei, das ist der höchste portable Freifallturm der Welt – sondern dabei auch noch mein Gesicht in die Handykamera halten und ein möglichst interessantes und witziges Video für den Facebook-Channel der AZ machen. Später erschien das auch noch mit einem Text auf der Internetseite der Augsburger Allgemeinen.

Freiwillig gemeldet, kurzzeitig bereut

Ach ja, das Video sollte live sein. Der Algorithmus behandelt Livevideos besser, deshalb sehen es dann mehr Nutzer, außerdem wirkt es unmittelbarer und die Erfahrung zeigt, dass das gut ankommt. Ja, es gab viele gute Argumente, die dafür sprachen, das Video live zu drehen. Ich fand das in der Redaktion auch eine sehr gute Idee und meldete mich freiwillig. Warum genau, daran konnte ich mich in den Sekunden, bevor ich auf meinen Sitz auf der Plattform des Hangover-Turmes Platz nahm, nicht erinnern.

Ein Problem beim Livevideo: Zeit überbrücken

Eigentlich hatte ich mir das so vorgestellt: Ich setze mich in den Stuhl und warte, bis ich meine Sicherung nach unten ziehen soll. Dann würde es ja wohl gleich losgehen, also würde ich dann das Video starten. Irgendetwas hat da nicht ganz funktioniert. Denn als ich gut gesichert in meinem Sitz saß, startete ich den Livestream. 3 – 2 – 1 heißt es dann auf dem Display. Dann sieht man sein eigenes Gesicht, so wie es auch die Facebookfans der Augsburger Allgemeinen im gleichen Moment sehen können. Dummerweise musste ich einige Zeit überbrücken. Denn bis die Plattform vom Boden abhob, dauerte es noch ganze vier Minuten. Ich versuchte in dieser Zeit die Infos, die ich mir zuvor angelesen (und zum Teil auf meinen Arm geschrieben) hatte, an den Zuschauer zu bringen. Aber ich war sehr dankbar, als es dann endlich losging.

In dem Moment, Der Hangover-Tower ist 85 Meter hoch. Die Plattform erreicht 80 Meter und fällt mit 90 Stundenkilometer in Richtung Boden. Foto: Silvio Wyszengradin dem der Livestream startet, taucht eine Zahl am oberen Bildschirmrand auf, die anfangs sehr schnell nach höher wird. Das sind die aktuellen Zuschauer. Meine Nervosität war in dem Moment, als ich live ging, dankenswerterweise mit einem Mal weg. Von ein paar Übersprungshandlungen (zählt ruhig mal, wie oft ich mir in dem Video die Haare richte) abgesehen, schaffte ich es, vor der Kamera relativ natürlich zu wirken.

Das Video in der Analyse

Das Video kam insgesamt sehr gut an. Das Schöne an einem Livevideo auf Facebook ist, dass man die Aufrufzahlen bis ins Detail analysieren kann. So sieht man etwa, dass während der Liveübertragung in der Spitze 437 Zuschauer gleichzeitig zugesehen haben. An welcher Stelle? Natürlich in dem Moment, in dem es das das zweite Mal abwärts geht. Das Video ist insgesamt knapp 25.000 Mal aufgerufen worden.

Das klingt erstmal nach sehr viel, allerdings sollte man beachten: Bei vielen Nutzern starten Videos automatisch, wenn sie über ihre Facebook-Timeline scrollen. Tatsächlich kommen 95 Prozent der Aufrufe durch automatisches Abspielen zustande.  Und Nutzer, die sofort weiterscrollen, zählen ebenfalls als „Aufrufe“, auch wenn sie nur einen Sekundenbruchteil des Videos gesehen haben. Interessant ist deswegen die Anzahl der „10-sekündigen Aufrufe“ – das ist die Anzahl der Nutzer, die den Clip mindestens 10 Sekunden lang gesehen haben. Das waren in diesem Fall knapp über 10.000. Meine Stimme haben die aber nicht alle gehört, denn 4000 von ihnen hatten den Ton deaktiviert. Durchschnittlich lief das Video bei jedem Aufruf 36 Sekunden lang. Das ist ein vergleichsweise hoher Wert, schließlich ziehen die Menschen, bei denen das Video automatisch für einen Sekundenbruchteil läuft, den Wert nach unten.

Ein interessanter Wert ist zudem die erreichte Zielgruppe. Denn offensichtlich haben sich überdurchschnittlich viele Frauen zwischen 25 und 34 das Video angesehen. Diese Gruppe macht 20 Prozent der Zuschauer aus.