Jens Noll



Fliegendes Klassenzimmer

Roboter Made in Augsburg

Viele Begriffe, die täglich im Umfeld von großen Unternehmen fallen, sind den meisten Menschen unbekannt: Was ist ein CFO? Was bedeutet Ebit? Und was genau ist bitte unter „Umsatzrendite“ zu verstehen? Fachmännische, aber dennoch verständliche Erklärungen dazu haben wir Zeitungs- und Radiovolontäre bei einem Seminartag zum Thema Wirtschaftsberichterstattung bekommen. Stattgefunden hat dieser Volotag bei einem der größten und derzeit sehr erfolgreichen Augsburger Unternehmen, dem Roboterhersteller KUKA.

Viele Begriffe, die täglich im Umfeld von großen Unternehmen fallen, sind den meisten Menschen unbekannt: Was ist ein CFO? Was bedeutet Ebit? Und was genau ist bitte unter „Umsatzrendite“ zu verstehen? Fachmännische, aber dennoch verständliche Erklärungen dazu haben wir Zeitungs- und Radiovolontäre bei einem Seminartag zum Thema Wirtschaftsberichterstattung bekommen. Stattgefunden hat dieser Volotag bei einem der größten und derzeit sehr erfolgreichen Augsburger Unternehmen, dem Roboterhersteller KUKA.

Praxisnah und mit viel Humor bereitete Stefan Stahl, Ressortleiter Wirtschaft der Augsburger Allgemeinen, das Thema auf. Für ihn steht fest: Wirtschaftsberichterstattung kann wie ein Krimi sein, denn es geht um Macht, Geld und Einfluss. Außerdem haben wir alle als Arbeitnehmer oder als Konsument mit der Wirtschaft zu tun.  Gemeinsam mit Stefan Kroneck, dem Münchner Korrespondent der Börsen-Zeitung, gab unser Referent und Moderator uns zahlreiche Tipps, wie wir spannende Geschichten hinter all den Zahlen und Fachbegriffen finden können. Und damit wir jungen Journalisten auch verstehen, auf welche Wörter und Kennzahlen es ankommt und was sie bedeuten, stand uns am Nachmittag ein Controller von KUKA als weiterer Fachmann zur Verfügung. Er lieferte Antworten auf viele offene Fragen.

Zum Abschluss des Tages folgte eine Führung durch die Produktionshallen des modernen Industriebetriebs, der seine Maschinen an alle europäischen Automobilhersteller liefert. Roboter produzieren Teile für neue Roboter – kein Science-Fiction, sondern heute schon Realität bei KUKA in Augsburg.

(Fotos: Ulrich Wagner, Silvio Wyszengrad)

 

Firma KUKA in Augsburg / Roboter / Besuch von Kanzlerin Angela Merkel abgesagt. Bild: Ulrich Wagner

Firma KUKA in Augsburg / Roboter / Bild: Ulrich Wagner

Foto: Ulrich Wagner

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Alles, was uns bewegt

Was in Augsburg schöner ist als in München

München stellt in vielerlei Hinsicht Bayerns drittgrößte Stadt Augsburg in den Schatten: Die Metropole an der Isar ist viel größer, lockt mehr Menschen an, hat mehr Sehenswürdigkeiten und die besseren Fußballer. Doch in einer Sache hat Augsburg in der Vorweihnachtszeit klar die Nase vorn.

München stellt in vielerlei Hinsicht Bayerns drittgrößte Stadt Augsburg in den Schatten: Die Metropole an der Isar ist viel größer, lockt mehr Menschen an, hat mehr Sehenswürdigkeiten und die besseren Fußballer. Doch in einer Sache hat Augsburg in der Vorweihnachtszeit klar die Nase vorn.

Als Volontär im Münchner Büro unserer Zeitung bin ich derzeit jeden Tag in der Landeshauptstadt unterwegs. Dabei erfahre ich auch, was die Münchner bewegt. Das können so scheinbar banale Dinge wie der neue Christbaum auf dem Marienplatz sein. Denn der – das müssen sogar die Münchner zugeben – ist heuer nicht so schön wie der in Augsburg. „Oh du Schaurige“, schrieb eine Boulevardzeitung, nachdem die 26 Meter hohe Fichte aus Ruhpolding vor dem Rathaus aufgestellt worden war. Das musste ich mir ansehen. In der Tat: Der Baum macht auch mit Lämpchen dran einen jämmerlichen Eindruck. Das grüne Nadelkleid ist ziemlich dünn, sodass man an einigen Stellen hindurchsehen kann. Da schaut die Tanne auf dem Augsburger Rathausplatz, die aus Biburg im Landkreis Augsburg stammt, selbst bei trübem Herbstwetter besser aus.

Tanne vor dem Augsburger Rathaus. Christbaum 2015. Foto: Jens Noll

Die Tanne vor dem Augsburger Rathaus.

Fichte vor dem Münchner Rathaus am Marienplatz. Christbaum München 2015. Foto: Jens Noll

Die Fichte vor dem Münchner Rathaus. Fotos: Jens Noll

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Alles, was uns bewegt

Als Fotograf im Flüchtlingsheim

Das Thema Flüchtlinge bestimmt derzeit die Berichterstattung. Immer mehr Asylbewerber kommen nach Deutschland, nach Schätzungen des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge sollen es im Jahr 2015 insgesamt etwa 600.000 sein.

Das Thema Flüchtlinge bestimmt derzeit die Berichterstattung. Immer mehr Asylbewerber kommen nach Deutschland, nach Schätzungen des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge sollen es im Jahr 2015 insgesamt etwa 600.000 sein. Auch wir Volontäre der Günter-Holland-Journalistenschule befassen uns mit dem Thema: auf kommunaler Ebene von den Lokalredaktionen aus und auf bayern- und bundesweiter Ebene von der Mantelredaktion aus.

Eine ganz persönliche Erfahrung mit Flüchtlingen habe ich in meinem Foto-Monat in der Lokalredaktion Augsburg-Stadt gemacht. Das Besondere daran: Ich habe drei Asylbewerberunterkünfte in Augsburg besucht und die Eindrücke fotografisch festgehalten. Meine Fotos wurden in drei Beiträgen der Serie „Asyl in Augsburg“ in der Stadtausgabe der Augsburger Allgemeinen veröffentlicht.

Gemeinsam mit Redakteurin Ute Krogull fuhr ich in die Unterkünfte. Sie führte Gespräche mit einigen Bewohnern, fragte nach ihren Geschichten, Träumen und Hoffnungen. Ich lauschte aufmerksam den Erzählungen, machte mir während des Gesprächs aber auch bereits Gedanken, wie und wo ich die Menschen, ihre Wohnungen und das ganze Gebäude am besten ablichten wollte. Ich bewunderte den Mut der Bewohner, sich in ihren einfachen, engen, mit gebrauchten Möbeln und Spinden eingerichteten Zimmern fotografieren zu lassen.

Männer aus Afghanistan und dem Kosovo erzählten, wie sie mit Gartenarbeit gegen die Verweiflung und das Nichtstun ankämpfen, während sie monatelang darauf warten, dass ihre Asylanträge bearbeitet werden. Eine Afrikanerin berichtete, wie sie mit ihrem Kind vor ihrem gewalttätigen Mann habe flüchten müssen. In Deutschland bekam die Frau sogar einen Job angeboten, doch den durfte sie nicht annehmen, weil Deutsche und EU-Ausländer Vorrang haben. Auch sie wartet seit langem auf einen Bescheid. Eine syrische Familie mit sechs Kindern sprach über ihre Flucht aus dem Kriegsgebiet und über die Probleme mit einer schwer behinderten Tochter. Die Familie hofft auf Anerkennung als Asylberechtigte – und versucht, eine Wohnung außerhalb der Gemeinschaftsunterkunft zu finden.

Denn das Miteinander in den Flüchtlingsheimen, auch das erfährt man bei einem Besuch, funktioniert oft alles andere als reibungslos. Auf engstem Raum leben Menschen aus verschiedenen Kulturkreisen zusammen, teilen sich Küche und Bad. Da kann es immer wieder zu Konflikten kommen.

Die Einblicke in das Leben der Asylbewerber haben bei mir eines bewirkt: „Die Flüchtlinge“ sind für mich keine anonymen Menschenmassen mehr, sondern haben nun Gesichter bekommen. Mit meinen Fotos habe ich dazu beigetragen, dass die Zeitung den Flüchtlingen ein Gesicht gegeben hat. So konnten sich auch die Leser ein Bild von der Situation machen.

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