Maximilian Sonntag

Maximilian Sonntag, Jahrgang 1996, geboren in Ulm, kommt nun vom im Vergleich zu Augsburg kleinen Neu-Ulm in das noch kleinere Illertissen. Der gebürtige Schwabe bleibt seiner Heimat also treu. Nach seinem Medien- und Kommunikationsstudium an der Uni Augsburg und einem gut einjährigen Zwischenspiel bei den bayerischen Ordnungshütern, kann er sich nun bereits während des Volontariats seiner größten Leidenschaft, der Sportberichterstattung hingeben. Ob Artikel über den FV Illertissen, die Ulmer Basketballer oder den lokalen Tischtennisverein: Sport muss sein.

Jeden Tag ein Abenteuer

Aus dem Volo-Alltag eines „Germany’s Next Topmodel“-Reporters

Block, Stift und Laptop: So sieht der Arbeitsplatz von Volontär Maximilian Sonntag aus, wenn Germanys Next Topmodel gezeigt wird.

Seit Februar berichte ich wöchentlich über Heidi Klums Kult-Modelshow. Der Grund: Es gibt eine Kandidatin, die aus dem Kreis Neu-Ulm stammt.

Um ganz ehrlich zu sein, hätte ich zum Start meines Volontariats an der Günter Holland Journalistenschule nicht gedacht, dass ich ab Februar wöchentlich über Heidi Klums Kult-Modelshow berichten würde. Aber wie es im Leben eines Redakteurs nun einmal ist, kommt Unverhofft oft. Und ich muss zugeben: Es macht Spaß.

Viele fragen sich bestimmt, wieso ein Volontär, der in der Illertisser Lokalredaktion am Rande des Verbreitungsgebietes der Augsburger Allgemeinen sitzt, über Heidi Klum und ihre Topmodel-Anwärterinnen schreibt. Ganz einfach: weil auch die 20-jährige Ana Martinovic aus Nersingen um die Krone in der Castingshow kämpft. Mittlerweile ist sie unter den besten Zehn gelandet – Ende offen. Wer weiß, vielleicht schafft es unsere Lokalheldin ja auf Platz Eins. Und wer kann dann schon von sich behaupten, dieses für das kleine Nersingen im Landkreis Neu-Ulm weltbewegende Phänomen als Journalist begleitet zu haben?

Meine GNTM-Vergangenheit holt mich ein

Nun ist das Modelbusiness zwar nicht mein Steckenpferd, Klums Castingshow schaue ich mir donnerstags aber dennoch gerne an. Bereits die ersten der inzwischen 16 Staffeln durfte ich mit meinen älteren Geschwistern vor vielen Jahren gespannt verfolgen. Dann verließ mich aber irgendwann das Interesse an Fotoshooting, Laufsteg und High-Heels. Bis zum Februar 2021 blieb dies auch so.

Dann, am Abend vor der Ausstrahlung der dritten Episode der diesjährigen GNTM-Staffel, fragte mich ein Redaktionskollege, ob ich mir nicht die aktuelle Folge ansehen könnte, um über Anas Leistung zu berichten. Wieso nicht einmal wieder zurück in die Jugend und sich etwas „Trashiges“ anschauen. Ich sagte zu und war überrascht, wie schnell mich die Show wieder in ihren Bann gezogen hat.

So berichte ich als Volontär über die Kultmodelshow 

Grundsätzlich beginnt für mich als GNTM-Reporter die Arbeit schon am Dienstag. Dann landet nämlich der Newsletter mit Informationen zur kommenden Episode im Postfach unserer Redaktion. Von da an setze ich mich damit auseinander, welches schrille Neon-Outfit Ana tragen wird und unter welchem Motto sie Heidi Klum auf dem Laufsteg überzeugen muss. Sollte ich eine persönliche Einschätzung der 20-jährigen Nersingerin zur kommenden Folge brauchen, kontaktiere ich einfach die Pressestelle des Senders. Und auch ein persönliches Interview ist geplant, sobald sie aus der Show ausgeschieden ist.

Noch habe ich die BWL-Studentin aus dem Kreis Neu-Ulm nicht persönlich getroffen. Gerade daher bin ich gespannt, ob sie tatsächlich so ist, wie sie im Fernsehen dargestellt wird. In der Sendung gilt Ana als das süße „Staffelküken“ und die „Unschuld vom Lande“. Zwar zeigte sie bislang durchgehend gute Leistungen, Heidi Klum attestierte ihr aber bereits fehlenden Pep. Diesen Eindruck habe ich – zumindest zum Teil – auch. Ob und wie sich die Nersingerin durch die Castingshow verändert hat, bleibt abzuwarten.

Zugegeben: Manche Aufgaben, Outfits und Zickenkriege verstehe ich bis heute nicht, aber die Sendung hat etwas Einzigartiges. Ob das Format mittlerweile zum deutschen TV-Kulturgut zählt oder auf den Friedhof ausgedienter Sendungen gehört, sei dahingestellt – für mich ist Germany’s Next Topmodel ein Stück weit Nostalgie. Und ja, ich berichte gerne über Anas Performance und hoffe aus lokaler Verbundenheit, dass sie gewinnt.