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Nach Redaktionsschluss

Stammtisch auf Themensuche

So fängt ein Stammtisch an... Foto: Jakob Stadler

Seit einiger Zeit treffen sich die die Volontäre der Augsburger Allgemeinen und der Allgäuer Zeitung einmal pro Woche in einer Bar. Jedes Mal werden alle Volontäre angeschrieben, wer Lust hat und nicht zu weit entfernt von Augsburg wohnt, kommt vorbei. Eine gute Gelegenheit für ein bisschen Abwechslung, und um einmal aus dem Berufsalltag herauszukommen. Feierabendbier und Gespräche sind schließlich immer eine gute Idee. Aber es gibt ein Problem, auf das hier einmal hingewiesen werden soll.

 „Arbeit ist der Fluch der trinkenden Gesellschaft“ – das wusste schon Oscar Wilde. Auch wenn Wilde, der sich mit Schreiben und Trinken bestens auskannte,  den Satz wohl anders gemeint hat, beschreibt er damit das Problem der Volo-Stammtische in Augsburg. Lauter Menschen, die in einem kreativen Beruf arbeiten. In einem Job, der es mit sich bringt, immer neue Themen zu finden, die Menschen interessieren. Doch wenn sie sich privat treffen, geht es immer nur um das Eine: Um die Arbeit. So funktioniert es nur manchmal, das Büro ein beim Stammtisch aus dem Kopf zu bekommen. Denn irgendwann landen die Gespräche immer wieder beim Aufmacher vom Vortag oder jemand erzählt vom Termin mit dem Bürgermeister. Jede Woche gehen wir in eine andere Bar – wegen der Abwechslung. Auch die Teilnehmer wechseln. Und doch läuft es immer in etwa gleich ab. Noch bevor die erste Runde Bier auf dem Tisch steht, hat sich die Arbeit als Gesprächsthema etabliert.

 Oscar Wilde hat aber auch einmal gesagt: „Es ist so leicht, andere, und so schwierig, sich selbst zu belehren.“ Leider sehr wahr. Denn zu behaupten, dass nur die anderen Volontäre immer wieder anfangen, vom Büro zu sprechen, ist nur die halbe Wahrheit…

 Aber wenn man schon bei der Selbstkritik angekommen ist, ist auch der Zeitpunkt gekommen, das Positive zu erwähnen: Die Stammtische machen Spaß. Denn – neben all der Kritik über das immer gleiche Gesprächsthema –  bei den Stammtischen erfährt man, wie es in den Mantelredaktionen und den anderen Lokalredaktionen zugeht. Man lernt das Unternehmen, für das man arbeitet, besser kennen. Außerdem erfährt man so ein bisschen früher, wenn sich an der einen oder anderen Stelle etwas verändert. Und ab und zu spricht man dann doch einmal über den Urlaub.

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