Archiv: 2020

Jeden Tag ein Abenteuer

Wie die Querdenker die Containern-Reportage der Volontärin retteten

Mara aus Ulm ist 19, studiert und hat ein illegales Hobby: das Container. Dass sie sich dabei strafbar macht, ist ihr bewusst. Ich habe Mara in einer Freitagnacht begleitet.

Den Querdenkern aus Ulm sei Dank, dass diese Reportage doch noch zustande kam: Eines Nachmittags, so zwischen zweiter und dritter Tasse Kaffee, warf ich mal wieder einen Blick in die Messenger-App Telegram. Denn seit dem Ausbruch der Corona-Pandemie im Frühjahr gibt es in Ulm eine große Querdenker-Bewegung, bei der Kritiker der Corona-Maßnahmen regelmäßig auf dem Münsterplatz demonstrieren, einen Schlauchboot-Aufstand auf der Donau ankündigen oder zum großen Autokorso durch die Innenstadt aufrufen. Die Termine werden meistens über Telegram mitgeteilt. Seitdem gehört die App  zu den neuen Recherchemöglichkeiten im Redaktionsalltag bei der Neu-Ulmer Zeitung. Telegram soll außerdem sicherer sein als WhatsApp, da die Nachrichten verschlüsselt versendet werden.

In Ulm gibt es eine große „Foodsharing“-Szene

Also öffnete ich nach ein paar Tagen mal wieder die Telegram App. Und neben 57 Nachrichten in der Querdenker Gruppe fiel mir auf einmal eine Nachricht auf, die da wohl schon ein paar Tage stand. Eine unbekannte Nummer schrieb mir: „Hallo, ich bin Mara und Sarah (Namen wurden geändert) hat mir deinen Kontakt gegeben wegen dem Artikel über das Containern…“ Da fiel mir wieder ein Thema ein, das ich schon beinahe vergessen hatte. Meine junge Kollegin Sarah aus der Jugendseiten-Redaktion hatte ihrer Freundin Mara meine Kontaktdaten weitergeleitet. Ich wollte die 19-jährige Mara gerne bei ihrem illegalen Hobby begleiten, dem Containern. Umgangssprachlich wird das Containern auch Mülltauchen genannt. Die Mülltaucher „retten“ weggeworfene Lebensmittel aus Mülltonnen von Supermärkten. Meist aus Gründen der Nachhaltigkeit und um ein Zeichen gegen die Lebensmittelverschwendung in Deutschland zu setzen. Die Idee für diese Reportage kam mir, als ich auf Facebook die Gruppe „Foodsharing Ulm“ vorgeschlagen bekam. Dort bieten vor allem Studenten kostenlose Lebensmittel an, die das Mindesthaltbarkeitsdatum erreicht haben. Außerdem gab es vor einigen Monaten den Fall vor Gericht, als zwei Studentinnen zu einer Geldstrafe verurteilt wurden, weil sie weggeworfene Lebensmittel aus Supermarktmülltonnen gestohlen hatten.

Warum meldet sich Mara aus Ulm nicht?

Einige Tage wartete ich bereits auf eine Nachricht oder einen Anruf von Mara – dass sie mir auf Telegram schreiben wird, hatte ich nicht erwartet. Doch später erklärte sie mir, es sei für sie die sicherere Variante gewesen, denn: Dass Mara Containern geht, sollte vor allem die Polizei nicht mitbekommen. Containern kann unter anderem als Hausfriedensbruch und Diebstahl bestraft werden. Erwischt wurde sie zwar noch nie, davor habe sie auch keine Angst, dennoch wolle sie kein Risiko eingehen. Sie freute sich jedoch über meinen Vorschlag. Nach einem kurzen Telefonat vereinbarten wir noch für die gleiche Woche einen Containern-Termin.

Die Uhrzeit des Termins ist im Redaktionsalltag der Augsburger Allgemeinen eher ungewöhnlich

Freitag, 23 Uhr. Keine gewöhnliche Uhrzeit für einen Termin. Doch ein anderer Zeitpunkt stand gar nicht zur Debatte. Frühestens eine Stunde nach Ladenschluss geht Mara normalerweise los, um von den Supermärkten weggeworfene Nahrungsmittel aus den Tonnen zu holen. An dem Freitag, als ich sie begleitete, trafen wir uns vor einem Parkplatz in der Nähe des Supermarkts. Mara lachte mich freundlich an, hatte bereits ihre Kapuze auf und meinte, sie sei heute gar nicht so aufgeregt, weil ich dabei sei. Na toll, dafür war ich ab diesem Zeitpunkt doch ein bisschen nervös. Das wurde nicht besser, als Mara mir sagte, ich solle während sie die Lebensmittel stiehlt am besten nicht in die Überwachungskameras schauen, die genau auf die Mülltonnen gerichtet sind.

19-Jährige aus Ulm containert regelmäßig, um Lebensmittel aus den Tonnen zu retten. 

Mara aus Ulm beim Containern

Mara in Action: Das Containern dauerte nicht lange. 

Um kurz nach 23 Uhr ging es dann los. Die Aktion dauerte höchstens zehn Minuten. Während Mara in routinierter Schnelligkeit das Obst, Gemüse und Brot aus den Tonnen sammelte, versuchte ich, ein paar brauchbare Bilder zu machen. Wir redeten währenddessen nur sehr leise miteinander, was es schwer machte, brauchbare Anweisungen für mein zentrales Foto zu geben. Dazu kam, dass Mara auf dem Foto nicht zu erkennen sein durfte. Mein Kollege, der sich in der Neu-Ulmer Redaktion um Online und Digitales kümmert, kam ebenfalls dazu und drehte noch ein kurzes, anonymes Interview mit Mara. Dass sie anonym bleiben wird, hatte ich ihr bereits im Voraus versichert. Nach dem Containern ging ich mit meiner Protagonistin nach Hause, um das geklaute Gemüse und Obst zu waschen und zu sortieren. Da besprachen wir die weiteren Kriterien, um sie nicht erkennbar zu machen. Das Alter und den Wohnort zu nennen, war für sie beispielsweise okay. Trotz einiger Widrigkeiten zu Beginn kam eine ausführliche Reportage zustande.

Zuhause wurde das Obst und Gemüse sortiert und gewaschen. 

Ein Teil der Ausbeute: In den Tonnen war viel Gemüse dabei. 

Den vollständigen Text inklusive Videomaterial gibt es unter diesem Link https://www.augsburger-allgemeine.de/neu-ulm/Containern-Mara-aus-Ulm-macht-sich-strafbar-weil-sie-Lebensmittel-retten-will-id58578851.html

Jeden Tag ein Abenteuer

Hurra Stadtrat! Volontärin ist begeistert von kommunaler Berichterstattung

Stadtratssitzung in Harburg

Als Volontärin der Günter Holland Journalistenschule berichtet man im Lokaljahr bei der Augsburger Allgemeinen auch über einen Gemeinde- oder Stadtrat. Wie diese Aufgabe einer Volontärin (unverhofft) viel Freude bereitet.

Beschluss, Ausschuss oder Haushalt sind Begriffe, die mir vor ein paar Monaten nicht viel gesagt haben. Doch seit dem Beginn meines Volontariats bei der Augsburger Allgemeinen ist klar: In meinen elf Monate in der Lokalredaktion muss ich mich damit auseinandersetzen. Als Volontärin übernehme ich dort einen Gemeinde- oder Stadtrat. Davon hatte ich zumindest durch Kommunalwahlen mal gehört oder in meiner Heimatzeitung gelesen. Aber in einer mir fremden Gemeinde oder Stadt über die kommunalpolitischen Entscheidungen zu berichten? Davor hatte ich zuerst Respekt und auch Bedenken, wie spannend das sein könnte.

Stadtrat gleich am ersten Tag in der Lokalredaktion

Der Harburger Stadtrat, den ich in meiner Lokalredaktion in Donauwörth betreue, war sogar Teil meines ersten Tages in der Redaktion. Damals sagte ein Kollege: „Abends ist Stadtratssitzung in Harburg, aber ich übernehme das. Eigentlich schade, es ist heute ziemlich spannend.“ Eine spannende Stadtratssitzung? Das weckte mein Interesse. Also nutzte ich meinen ersten Tag dazu, den Kollegen abends in den Stadtrat zu begleiten. Anstatt Feierabend zu machen, fuhr ich mit dem Redaktionsauto zur Sitzung nach Harburg, eine Stadt mit etwa 5500 Einwohnern.

Zu meiner Überraschung saßen knapp 100 Bürger auf Holzstühlen in der Schulaula. Das hatte ich nicht erwartet. Die Idee für einen Dorfladen brachte ungewöhnlich viele Menschen zur Stadtratssitzung. Mehr schlecht als recht verstand ich, um was es ging und wer sich zu was und wie überhaupt äußerte. Gespannt verfolgte ich die Interaktionen und beobachtete Redner sowie Zuschauer. Der Kollege kritzelte hastig alle Details in seinen Notizblock. Mein Gedanke danach: Puh, wie soll ich da durchblicken?

Zweite Sitzung: der gefürchtete Haushalt

In der nächsten Stadtratssitzung stand der von mir etwas gefürchtete Haushalt an. Der Haushaltsplan zeigt, wie die Gemeinde oder Stadt finanziell dasteht, was die wichtigsten Einnahmequellen sind, wie hoch die Steuern sind, ob sie Ersparnisse oder Schulden hat und vor allem für was sie das Geld ausgeben will. Darüber hatte ich im siebenwöchigen Einführungskurs der Günter Holland Journalistenschule in Augsburg am Anfang des Volontariats schon mehr gelernt. Eine Lokalredakteurin hatte uns damals über die Tücken der Haushaltsberichterstattung aufgeklärt.

Also rief ich, wie gelernt, den Bürgermeister und Kämmerer (Leiter der Finanzverwaltung) an, um mit ihnen später im Rathaus die finanziellen Pläne der Stadt durchzugehen. Mein Kollege erklärte mir im Vorfeld einige Themen, ich versuchte mich einzulesen und ging nochmal das Gelernte zum Haushalt durch. Vorbereitet, aber noch etwas unsicher, setze ich mich am abends an den Platz für die Presse in der Schule in Harburg. Seite für Seite füllte ich meinen Notizblock mit jedem kleinsten Detail. Die Aufgabe für den nächsten Tag war es, alle Fakten auf das Wichtigste zu reduzieren und verständlich für den Leser zusammenzufassen. Bis Ende des Tages füllte ich unter Zeitdruck eine Zeitungsseite mit dem Haushalt und den Stimmen der einzelnen Fraktionen.

Mehre Monate später: Volontärin freut sich auf jede Stadtratssitzung

Nach knapp acht Monaten in meiner Lokalredaktion in Donauwörth freue ich mich über jede Einladung zur nächsten Stadtratssitzung. Mittlerweile öffne ich gespannt die Mail aus dem Rathaus mit den anstehenden Themen. „Beschlussfassung über neue Kindergartenplätze“, „Beratung über Stadtfest 2024“ oder „Stellungnahme zum Antrag auf Errichtung von Windenergieanlagen“ lösen in mir den Drang aus, mehr darüber zu erfahren.

Der Bürgermeister hat zwar oft viel zu tun und ist nur schwer zu erreichen, erläutert mir aber jeden Punkt im Vorfeld. Mein Kollege, der unglaublich viel über die Stadt, die Bewohner und jedes Thema dort weiß, versorgt mich mit noch mehr Hintergrundwissen. Im Stadtrat blicke ich durch, welches Ratsmitglied sich zu den Themen äußert und stelle nach der Sitzung Nachfragen zu Details. Am Tag danach versuche ich für die aktuelle Ausgabe so verständlich wie möglich die Artikel zu manchmal komplizierten Beschlüssen zu schreiben.

Berichterstattung über Stadtrat macht unerwartet viel Freude!

Ich muss zugeben, dass die kommunale Berichterstattung in meiner Lokalredaktion mir unerwartet viel Freude bereitet. Meine Erkenntnis: Die Entscheidungen auf kommunalpolitischer Ebene betreffen die Menschen vor Ort direkt und andersherum können die Bürger auch durch Eigeninitiative beeinflussen, dass ihre Probleme, Wünsche oder Ideen vom Stadtrat diskutiert werden.

Jeden Tag ein Abenteuer

Die Reportage – eine Königsdisziplin? Unterwegs mit einer argentinischen Boxerin

Die Boxerin Amalia Mazzarello im Boxclub in München. Foto: Anna Schmid

„Sie zieht sich den dicken Wollmantel enger um den Körper und flucht: „Shitty cold.“ Um ihre Augen glitzert ein blauer Lidstrich. Maria Amalia Mazzarello ist Boxerin…“ Reportagen haben es in sich – vor allem die Recherchen dazu. Hochs und Tiefs während des Reportagekurses der Akademie der Bayerischen Presse.

„Sie zieht sich den dicken Wollmantel enger um den Körper und flucht: „Shitty cold.“ Um ihre Augen glitzert ein blauer Lidstrich, die nassen Haare hat sie mit Spangen aus dem Gesicht gesteckt. Maria Amalia Mazzarello ist Boxerin…“
Das war einer der möglichen Anfänge meiner Reportage. Es ging zwar nur um einen Übungstext, den ich an der Akademie der Bayerischen Presse für einen Kurs und nicht für die Veröffentlichung in der Augsburger Allgemeine schreiben sollte, aber die Lust am Schreiben hatte mich gepackt. Der Schreibstil darf sich verändern, ist weniger nachrichtlich, mehr beschreibend. Als Leser in die Geschichte eintauchen, nah an den Protagonisten sein: Reportagen leben von Szenen. Doch die muss man erst einmal finden.

Recherche für die Reportage: Kein leichtes Unterfangen

An der Akademie der Bayerischen Presse lernten wir die Grundlagen zur Recherche und dem Schreiben von Reportagen. Gianna Niewel, Reporterin bei der Süddeutschen Zeitung, unterstützte uns auch bei der Themenfindung. Ich war durch Zufall im ZEIT-Magazin auf eine argentinische Boxerin aufmerksam geworden, die in einem kurzen Text beschrieb, wie sie in München durchstarten wollte und Corona sie davon abhielt. Kurzerhand schrieb ich der Argentinierin auf Instagram, ob sie Lust auf ein Treffen hätte – ihre Zusage kam fünf Minuten später. So schnell sollte sie mir später nicht mehr zurückschreiben. Manchmal ließ sie mich Tage warten, nur um mir den ausgemachten Termin für ein Treffen abzusagen, oder schrieb mir eine halbe Stunde zuvor, dass sie jetzt Zeit hätte. Ein ewiges Hin und Her, zwischen Verzweiflung und vielen Nachrichten meinerseits und lockerer Spontaneität ihrerseits.

Bei unserem ersten Treffen trainierte sie am Morgen allein in dem Boxclub. Zwischen ihren Übungen redete sie kaum mit mir, nur einige wenige Sätze. Während sie trainierte, notierte ich mir alles, was mir auffiel. Ein Handtuch über den Seilen des Boxrings. Wie Amalia während ihren Übungen zur Musik summte, die viel zu sanft für einen Boxclub klang. Lilafarbene Gummimatten, der Geruch nach Leder und Schweiß. Sie fluchte sehr viel. Weil ihr voriger Mieter sie überraschend aus der Wohnung geworfen hatte, wohnte und schlief sie im Trainingsraum auf einer Ledercouch. „Scheiße unbequem“, kommentierte sie.

Warum Szenen allein für eine Reportage nicht genügen

Nach dem Training wollte Amalia frühstücken und wir setzten uns in ein Café. Milchkaffee und Rosinenbrötchen. Ich war gerade dabei, ihr Fragen zu stellen, als sie sich hektisch ihr süßes Teilchen in den Mund stopfte und mich unterbrach. Ein wichtiges Fotoshooting mit ihrem Sponsor – hatte sie total vergessen. Als sie aus dem Café stürmte, war ich am Fluchen. Ich hatte tolle Szenen für die Reportage, wie sie trainierte, einen Sandsack boxte, sang und summte, nach dem Training wie verwandelt aus der Umkleide schwebte und ein zuckriges Rosinenbrötchen mit Marmeladenfüllung aß, das so gar nicht zu der athletischen Boxerin passte – aber. Aber! Wie war sie überhaupt zum Boxen gekommen? Was trieb sie an? Wie lief das Gruppentraining, wer trainierte sie? Und das waren nur die grundlegenden Fragen.
Ich hatte noch einen Tag bis zur Deadline für die Reportage. Wieder gab sie mir schwammige Antworten, was ein nächstes Treffen betraf. In der Zwischenzeit setzte ich mich an meinen Laptop und tippte die ersten Szenen. Es las sich jedoch genau nach dem, was ich erlebt hatte: nach einem oberflächlichen Zusehen ohne tieferes Wissen. Nach vielen Nachrichten hin und her sagte sie mir für Sonntagabend zu, dass ich zum Gruppentraining kommen könnte. Danach habe sie Zeit. Ein bisschen knapp für die Abgabe am Montag – aber es war ja nur eine Übungsreportage.

„Show, don’t tell“ – Endlich gibt es etwas zu erzählen

Beim Gruppentraining am Abend saß ich auf der Couch und machte mir Notizen. Beobachtete, wie aggressiv sie angriff, sich unter Schlägen duckte und ihre Handschuhe in den Rippen ihres Gegners versenkte. Fast wäre es wieder nichts mit einem Gespräch geworden. Denn im Anschluss an das Training entschuldigte sie sich bei mir – sie müsse kurz Sachen in ihre neue Wohnung bringen. Ich bot ihr meine Hilfe an, aber Amalias Trainer fiel mir in den Rücken: Er könne mir ja in der Zwischenzeit das Boxen erklären. Nach eineinhalb langen Stunden kam sie glücklicherweise wieder. Wir setzten uns in ein Restaurant in der Nähe.
Amalia erzählte mir von ihrer schweren Kindheit, einem abwesenden Vater, Geldsorgen. Wie sie ihre Kleidung verkauft hatte, um den Flug nach München zu bezahlen. Dass sie das Boxen erst mit 24 Jahren begann. Mit wilder Gestik beschrieb sie einen Überfall, bei dem sie in Buenos Aires von einem Auto angefahren wurde. Wie sie es nicht ins argentinische Nationalteam schaffte. „Alle korrupt“, schimpfte sie. Wie gerne sie singt. Sie zählte mir die Bestandteile ihres Make-Ups auf, das sie mit nach München nahm, und sprach über Weiblichkeit im Boxsport. Haufenweise Notizen später machte ich mich auf den Rückweg.

Auf der Zielgeraden der Reportage: Schreiben und Abgeben

Mit den neuen Informationen und Zitaten versuchte ich, Tiefe in die Szenen bringen: Weiblichkeit im Boxsport? Amalia, wie sie mit blauem Lidstrich und Glitzer im Gesicht aus der Umkleidekabine kommt. Die zitternde Frau, die sich in einen dicken Mantel hüllt, den sie sich erst vor kurzem gekauft hat, weil sie nur mit Sportkleidung nach Deutschland kam. Warum sie mit so einer Stärke und Entschlossenheit boxt? Das Kämpfen zieht sich durch ihr ganzes Leben. Mit etwas Verspätung gab ich die Reportage an der Akademie der Bayerischen Presse ab – und freute mich wieder auf den Redaktionsalltag bei der Augsburger Allgemeinen, in dem so sprunghafte Ansprechpartner doch eher die Ausnahme sind.