Archiv: 2015

Fliegendes Klassenzimmer

Ein Besuch im Landestheater Schwaben

Am vergangenen Volotag waren wir zusammen mit den Allgäuer Volontären und den Augsburger Blattmachern zu Besuch im Landestheater Schwaben in Memmingen.

Am vergangenen Volotag waren wir zusammen mit den Allgäuer Volontären und den Augsburger Blattmachern zu Besuch im Landestheater Schwaben in Memmingen. Wir fuhren von Augsburg aus mit dem Bus ins Allgäu und schauten uns dort unter anderem die Requisite, die Schneiderei und verschiedene Bühnenbilder an. Die Impressionen von unserem Blick hinter die Kulissen gibt es hier im Video.

Schreibe einen Kommentar

Jeden Tag ein Abenteuer

Zu Besuch bei den Königen der Lüfte

Steinadler faszinieren mich schon immer: Mit der Kraft in ihren Krallen können sie einem Menschen den Arm brechen, ihre Augen erspähen Kaninchen aus eineinhalb Kilometern Entfernung. Bereits vor Monaten war mir klar: Wenn ich mich im November um die Tierseite in unserer Zeitung kümmern werde, dann schreibe ich einen Artikel über Greifvögel.

Steinadler faszinieren mich schon immer: Mit der Kraft in ihren Krallen können sie einem Menschen den Arm brechen, ihre Augen erspähen Kaninchen aus eineinhalb Kilometern Entfernung. Bereits vor Monaten war mir klar: Wenn ich mich im November um die Tierseite in unserer Zeitung kümmern werde, dann schreibe ich einen Artikel über Greifvögel.

Vor ein paar Tagen war es dann soweit. Martin Menter, der seit elf Jahren einen Greifvogelpark in der Nähe von Günzburg führt, winkte mir schon zu, als ich auf seinem verwilderten Gelände nach ihm suchte. Er hält hier 78 Tiere: Falken, Geier, Adler, Uhus, Bussarde und so weiter. Großartig!

Allerdings geht es den Tieren nicht überall so gut wie hier, wo sie regelmäßig gefüttert werden und Ausflug bekommen. In freier Wildbahn zerschneiden Straßen ihre Lebensräume, Kriminelle machen Jagd auf die Tiere. In Bayern und auf der ganzen Welt sind viele Arten deswegen selten geworden. In Menters Greifvogelpark gibt es sie noch zu sehen.

Ich blieb bestimmt zwei Stunden, schaute mich um, fotografierte – und hörte Menter zu, der immer offener erzählte. Von seinem ersten Vogel, einem verletzten Turmfalken, den er mit elf Jahren pflegte. Von Vögeln, die 70 Jahre alt werden, und ignoranten Schülern, die sich selbst in seinem Greifvogelpark lieber mit ihren Smartphones beschäftigen. Mich konnte er jedenfalls mit seiner Leidenschaft anstecken. Aber, zugegeben: Ich habe es ihm auch leicht gemacht.

PB100675

Ein Adler kann mit Kräften von einer Tonne zugreifen.

PB100691

Ein Weißkopfseeadler. Fotos: Axel Hechelmann

Schreibe einen Kommentar

Jeden Tag ein Abenteuer

Die „Leiden“ des jungen Volontärs

Die Geschichten sind vielfältig, die ein Volontär während seiner Ausbildungszeit bearbeitet. Politik, Wirtschaft und Kultur. Alles ist – beziehungsweise kann – spannend sein. Doch es gibt Themen, die sind etwas ganz Besonderes.

Die Geschichten sind vielfältig, die ein Volontär während seiner Ausbildungszeit bearbeitet. Politik, Wirtschaft und Kultur. Alles ist – beziehungsweise kann – spannend sein. Doch es gibt Themen, die sind etwas ganz Besonderes. Da gibt es nur ein Problem: Genau diese Themen verlangen dem Volontär alles ab. Da heißt es dann kühlen Kopf bewahren und sich der Herausforderung stellen.

Aller Anfang ist schwer. Volontär Sebastian Richly versucht sich beim Wasserski-Fahren.

Aller Anfang ist schwer. Volontär Sebastian Richly versucht sich beim Wasserski-Fahren.

Besonders Selbstversuche stehen bei den Volontären hoch im Kurs. Manche von uns sprangen mit dem Fallschirm aus dem Flugzeug, andere arbeiteten in der Armenküche mit. Ich hatte mich entschlossen, Wasserski zu Fahren. Ängste hatte ich zwar keine, doch für jemanden der weder Ski- noch Snowboard fährt, war es eine riesige Herausforderung. Der Druck war besonders groß. Siebenjährige bretterten vor meinen Augen über den See. Und natürlich ging es bei mir in die Hose. Zwei Mal hieß es direkt nach dem Start: Abflug. Doch wie so oft, muss man sich im Lokaljournalismus durchbeißen und über seinen Schatten springen… solange, bis das Ergebnis gut ist.

Andere bekamen im diesem Jahr wackelige Beine, als sie vor bekannten Persönlichkeiten wie Sportlern, Politikern oder Musikern standen. Die habe ich bisher noch nicht getroffen, aber dennoch so manchen skurrilen Augenblick erlebt. Besonders in Erinnerung ist mir ein Besuch auf einem Bauernhof geblieben. Zwischen Stallmist, Traktoren und Heugabeln hatte ich vieles erwartet – aber keine Nachwuchsmodels. Wie der Zufall es wollte, fand dort ein Foto-Shooting für den Jungbauernkalender statt. Eine bizarre Situation: Sechs attraktive und top gestylte Damen vernünftig mit der Kamera abzulichten, war nicht so einfach für mich, wie es sich anhört.

Das sind die Mädels vom Jungbauernkalender 2016, die unser Volontär Sebastian Richly auf einem Bauernhof getroffen hat.

Das sind die Mädels vom Jungbauernkalender 2016, die Sebastian Richly auf einem Bauernhof getroffen hat.

Harte Arbeit war auch bei einem Intermezzo auf dem Volksfest gefragt. Dort half ich bei verschiedenen Betrieben mit, unter anderem beim Auto-Scooter. Fahren durfte ich die 250 Kilogramm schweren Ungetüme leider nur kurz. Mit einer Spezialbürste bewaffnet, sah ich die Fahrzeuge meist nur von unten. Dass auch die Fahrbahn gefegt werden muss, werde ich so schnell nicht vergessen. Anstrengend war es auch in einer Fischbraterei. Ich nahm die Tiere aus, würzte sie und steckte sie mit aller Kraft auf einen Spieß. Ein harter Job, den ich nicht zu meinen Hobbys zählen würde, zumal mich der Geruch zum Leid der Kollegen noch am nächsten Tag verfolgte.

So unangenehm manche Momente zwischendrin auch sein mögen, am Ende ist man froh über diese ganz besonderen Termine. Denn sie sind das Salz in der Suppe des Journalisten – und oft eine unbezahlbare Erfahrung.

Schreibe einen Kommentar